Optionspreise ändern sich ständig. Auch wenn der Schlusspreis einer Aktie am Tag unverändert ist, können die Optionen für diese Aktie trotzdem im Wert gestiegen oder gesunken sein. Für den weniger erfahrenen Optionsanleger kann dies möglicherweise Fragen aufwerfen: „Wie ist es möglich, dass eine Option im Wert sinkt, wenn der Preis der Aktie gleich geblieben ist?“ Händler nutzen griechische Buchstaben, um zu messen, welche Faktoren den Preis beeinflussen.
Das Delta gibt an, wie stark sich der Optionspreis verändert, wenn die Aktie um 1 CHF steigt. Bei einem Delta von 0.5 erhöht der Kursanstieg der Aktie um 1 CHF den Wert der Option um 0.50 CHF.
Je tiefer eine Option im Geld ist, desto näher liegt ihr Delta bei +1 (Call) bzw. −1 (Put); weit aus dem Geld liegt es nahe bei 0.
Optionen verlieren in der Regel jeden Tag etwas an Wert, auch wenn sich die Aktie nicht bewegt. Das Theta misst diesen Verlust pro Tag.
Analogie: Stellen Sie sich die Option wie eine Kugel Eis vor, die Sie in der Hand halten. Jeden Moment schmilzt etwas davon weg. Das ist das Theta. Am Verfallstag ist das Eis komplett geschmolzen (Zeitwert = 0).
Volatilität bezeichnet, wie stark der Kurs einer Aktie schwankt. Dabei gibt es zwei Blickrichtungen: Die historische Volatilität misst die Schwankungen der Vergangenheit. Die implizite Volatilität blickt nach vorn – sie steckt in den aktuellen Optionspreisen und verrät, welche Schwankungen der Markt für die Zukunft erwartet. «Implizit» heisst sie, weil man sie nicht direkt beobachten kann, sondern aus den Optionspreisen herauslesen muss.
Vega misst, wie empfindlich der Optionspreis auf die implizite Volatilität reagiert.
Neben dem Aktienkurs wirken noch weitere Faktoren auf den Preis einer Option. Die Übersicht zeigt die Wirkungsrichtung, wenn der jeweilige Faktor steigt (und alles andere gleich bleibt):
| Einflussfaktor | Bewegung des Einflussfaktors | Call | Put |
|---|---|---|---|
| Strike (Basispreis) | ↑ | ↓ | ↑ |
| Kurs des Basiswerts | ↑ | ↑ | ↓ |
| Volatilität | ↑ | ↑ | ↑ |
| Restlaufzeit | ↑ | ↑ | ↑ |
| Zins | ↑ | ↑ | ↓ |
| Dividende | ↑ | ↓ | ↑ |
Zwei Zeilen überraschen oft: Steigende Zinsen machen Calls tendenziell teurer und Puts günstiger. Erwartete Dividenden wirken umgekehrt – am Dividenden-Stichtag sinkt der Aktienkurs um die Ausschüttung, was dem Put nützt und dem Call schadet.